Bericht zur Teilnahme an der 25. Int. Saar-Lor-Lux Classique 19.-21.06.2025
Team: Fahrer Rainhard Engels - CoPilot Peter Christoph Wolff
Beschreibung der Rallye und Strecke:
Die internationale Saar-Lor-Lux-Classique ist mit ihrem 25-jährigen Jubiläum ein absolutes Highlight in der Oldtimer-Szene. Wie wichtig diese Veranstaltung ist, spiegelt sich in dem FIVA-Prädikat wider. Aus diesem Grunde war bei der ganzen Veranstaltung ein FIVA-Stewart anwesend und hat die Prüfungen begleitet. Die sorgfältig ausgearbeitete Strecke führte durch wunderschöne Landschaften in Deutschland, Frankreich und Luxemburg.
Gestartet wurde in 3 verschiedenen Kategorien
1. Touring – dies war die am leichtesten zu fahrende Kategorie. Hier konnten durchaus Fahrzeuge aus den 50-ziger Jahren und älter starten.
2. Sport – hier wurde die Strecke durch Chinesen-Zeichen vorbestimmt. Der Schwerpunkt waren die gestaffelten Soll-Zeitprüfungen und Tests, die in eng gesetzten Zeitfenstern absolviert werden mussten. Am Freitag mussten 314 km mit 8 gestaffelten Prüfungen und am Samstag sogar 30 gestaffelte Prüfungen mit insgesamt 255 km gefahren werden.
3. Experten – hier waren die Aufgaben zu Sport mit besonders erschwerenden Vorgaben bei der Orientierung zu erfüllen.
Ausschreibung / Organisation:
Die Anmeldung/Nennung und Vorab-Infos gab es noch im Rallye Hotel und danach erfolgte wie auch schon im Vorfeld die gesamte Kommunikation über die Sportity-App- einschließlich der aktuellen Ergebnisse der Zeitprüfungen bei der Rallye sowie Informationen zur Streckensituation und Tagesablauf.
Wir kamen am Donnerstag an und bekamen nach der Anmeldung bereits unsere 2 spiralgebundene, perfekt ausgearbeitete Roadbooks ausgehändigt für die Folgetage Freitag und Samstag. Wir einigten uns darauf, die Mini-Classique nicht zu fahren und uns stattdessen auf den Inhalt und Aufgaben aus den Roadbooks zu konzentrieren das Tablet zu programmieren und in diesem Sinne probehalber die ersten Zeitprüfungen zu testen, die am nächsten Tag anstanden. So waren nach Durchsicht des Roadbook am Freitag insgesamt 7 Sonderprüfungen und am Samstag 8 Sonderprüfungen mit jeweils bis zu 8-Lichtschrankenprüfungen in Folge zu fahren.
Der erste Test am Donnerstagnachmittag ging gehörig schief. Diese ging über ca.19km und war eine geschachtete 3-fach-Prüfung mit Sollzeiten ab Start. Die erste Zeiteingabe stimmte noch, aber bereits nach der zweiten Zeitprüfung war klar, dass die Programmierung in dem Computer fehlerhaft war. Wir hatten übersehen, dass für diese Prüfung die Zeitvorgabe für alle Lichtschranken ab Start galt. Wir mussten umdenken und schnell war klar: Alle Eingaben für Freitag mussten überarbeitet werden, neue durchgerechnet und auch die jeweiligen Schnitte auf korrekte Bezugsmarken gesetzt werden, so dass sie zeitlich nacheinander gestaffelt den count down sekundengenau runterzählen, jeweils von einem Event zum nächsten. Zur Vereinfachung der Abfolgen wurden nochmal alle Zeitprüfungen auf einem Zeitstrahl skizziert und dann auf den Computer übertragen. Am Beispiel der SP-9 waren alle Zeiten neu zu berechnen, da der Beginn der Zeitprüfungen keine gemeinsame Basis hatte. Ebenfalls mussten die Kilometrierungen angepasst werden. Das dauerte einige Stunden bis in den späten Abend. Für den Fahrer gab es für diese Rallye zum ersten Mal einen zusätzlichen Monitor zur Überwachung der Schnittgeschwindigkeit auf den langen Etappen. Diese wurden über eine Telefonkarte mittels IP- Adresse verbunden. Achtung: Dieser Vorgang dauert einige Minuten und musste beim Start zusätzlich berücksichtigt werden, wenn es mal schnell gehen musste.
Start:
Der Start am Freitag und Samstagmorgen erfolgte auf die Minute wie bei jeder Zeitprüfung. Jedes Team erhielt zu den Orientierungsbordkarten zusätzlich eine Bordkarte mit den Öffnungszeiten der Sonderprüfungen. Diese waren auf die Minute einzuhalten.
Sollzeitprüfungen:
Es wurden keine abgesperrten Straßen befahren. Zu den einzelnen Prüfungspunkten musste mehr als zügig gefahren werden, wobei immer wieder persönliche Behinderungen durch normale Verkehrsteilnehmer u.a. Traktoren vorkamen.
Bei einer Zeitprüfung konnten wir wegen Gegenverkehr auf einer sehr schmalen Straße die Lichtschranke nicht zeitgerecht durchfahren. Dies führte zu ungewohnten Strafpunkten.
Bei den Chinesen-Zeichen wurden zusätzlich irritierende Erschwernisse eingebaut, so z.B. unkilometrierte Teilstrecken, auf den Kopf gestellte Chinesen innerhalb einer WP.
7. Ausfahrt in einem Kreisverkehr usw.
SP-9 mit Bedienerfehler des MoR ab Lichtschranke 6:
Wie fährt man eine Sollzeitprüfung wenn der Computer nicht mehr runterzählt- so geschehen bei der SP-9 ab Lichtschranke 6 (siehe oben). Zunächst ist man verloren, wenn man nicht ein Fahrzeug vor sich hat, welches exakt 1 Minute vor uns gestartet war, und das auch die ganze Strecke über 5km vor uns fuhr. An dem bekannten gelben Schild war jeweils die Vorzeit abzuwarten – dort traf man sich dann spätestens, oder fuhr in der Zwischenzeit so schnell es ging, um das Fahrzeug No.33 wieder in Sicht zu haben und einzuholen, was mit dem 911 zum Glück gut funktionierte. Das Fahrzeug mit der Nummer 33 war unsere Versicherung diese Prüfung erfolgreich zu Ende zu fahren und das sollte auch so klappen mit einigen Tricks. Die meisten Lichtschranken sah man nicht, sie waren hinter einer Kurve verdeckt- doch bei dieser Prüfung war sie einsehbar. Die Entfernung im Roadbook gab einen Hinweis auf die Länge. In diesem Fall jeweils 100m. Wir beobachteten zu welcher Zeit das Fahrzeug vor uns durch die Lichtschranke fuhr und wir mussten eigentlich nur eine volle Minute für unsere Zeit drauf tun. Das war nicht so einfach- denn ich musste ja auch runterzählen, welches mit meiner Funkuhr dann doch ganz gut klappte. Bei dieser manuelle gestoppten 2xfach Prüfung hatten wir zum Glück nur 0.8 Strafpunkte.
Auswertung und Ergebnisse:
Sehr positiv hervorzuheben waren alle Benachrichtigungen, Korrekturen und Teilergebnisse, die wir zeitaktuell über die Sportity-App erhielten. Nachteil war allerdings, dass wir in den Prüfungen nicht immer die Zeit hatten, diese vielen Nachrichten zu lesen und auf ihre Wichtigkeiten hin zu selektieren.
Nenngeld und Verpflegung:
Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen war das Nenngeld in Höhe von € 600,00 mehr als fair.
Darin enthalten waren beide Mittagsessen, wobei eins in einem 4-Sterne-Restaurant besonders hervorzuheben ist.
An allen 3 Abendessen wurde eine sehr gute Küche geboten.
Die Winners Night am Abschluss Abend in der Alten Eisenbahn in Losheim war ein besonderes Highlight. Erstmals wurde das Gewinnerteam samt Fahrzeug auf die Bühne gebeten. Neben der bekannt guten Kulinarik hatten wir interessante Gespräche mit Sponsoren, Gleichgesinnten und neuen Freunden.
Fazit:
Die Zeitfenster, um zu den einzelnen Prüfungen zu kommen, waren auch nach Ansicht der anderen Teilnehmer zu knapp bemessen. Man musste mehr als sehr sportlich fahren, um zeitgerecht zu erscheinen. Dies hatten wir am ersten Tag bei einer Prüfung unterschätzt und kamen 5 Minuten zu spät an. Hier war keinerlei Kulanz seitens des Veranstalters vorhanden und die Prüfung war bereits abgebaut.
Hierbei handelten wir uns doch so einige Strafpunkte ein, die wir beim nächsten sicherlich besser machen würden. Von 22 Startern, die aus dem professionellen Fahrerfeld kamen, konnten wir uns bei dieser ersten gemeinsamen Veranstaltung als Team über einen 16. Platz freuen, noch vor einem weiteren Team aus der Euregio. Für die kommenden Veranstaltungen in der Sportklasse werden wir unsere Lichtschrankenzeiten verbessern müssen, um im oberen Classement mitfahren zu können. Das Motto Spaß-Spaß-Spaß konnten wir aber voll erfüllen. Ebenso voll überzeugen konnte das kulinarische Rahmenprogramm.
Für die evtl. Zukunft wünschen wir uns, dass bei den Sportlern die Zeiten zwischen den Sonderprüfungen weniger eng gesetzt würden, die Rallye Schilder als Wartezone nicht unmittelbar nach einer Abbiegung ohne ausreichendem Wartebereich und insgesamt etwas größer und damit besser zu erkennen wären.